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Ein Bauwagen (im Bild) und die Verwendung von recyclingfähigem Material sprechen für Nachhaltigkeit

Ein Besuch der Chelsea Flower Show in London

Ein Bauwagen (im Bild) und die Verwendung von recyclingfähigem Material sprechen für Nachhaltigkeit

Die inszenierte Schäfer-Idylle der Designer des diesjährigen Planbridge Shepherd`s Hut Garden inspiriert den Besucher, sich selbst einfache, phantasievolle und individuelle Relax-und Kreativ-Plätze im Garten zu schaffen. Auch zeigt die Idee und der Mut, altes, recyclingfähiges Material wieder zu verwenden, nicht nur Originalität, sondern entspricht gerade der zuvor angesprochenen Nachhaltigkeit.

Sind Sie ein Gärtner mit Leidenschaft? Dann planen Sie bitte für das nächste Jahr einen Besuch der weltgrößten Gartenausstellung in Chelsea! Dieser Stadtteil von London dürfte zumindest allen Fußballfans schon bekannt sein.

Mehrmals schon hatte ich die Gelegenheit und das Glück, mich unter die vielen Besucher der Show zu mengen – darunter auch die britische Königsfamilie – und jedes Mal konnte ich neue Ideen und Inspirationen mitnehmen.

Das Gartenfest der Superlative wird einmal im Jahr im Mai, für fünf Tage von der Royal Horticultural Society ausgerichtet. Im Mittelpunkt stehen der Große Pavillon – hier stellen die weltbesten Gärtner ihre neuen Züchtungen vor – sowie die Schaugärten der berühmtesten Gartenarchitekten. Wieder einmal wurde mir die Zeit viel zu knapp um alle floralen Highlights aufzunehmen und die Meisterwerke der Gartenkultur, denn das sind die Schaugärten, im Detail zu studieren.

Dennoch konnte ich mir einen guten Überblick verschaffen, um speziell über die neuesten Gartentrends zu berichten. Denn eines ist sicher: Auf dieser Show werden sie gesetzt.

Auf kleinsten Flächen präsentieren Gartenarchitekten Ihr Können. Sie kombinieren natürliche und künstliche Materialien, Pflanzen, das Element Wasser, Skulpturen sowie Mobiliar künstlerisch zu stilvollen Gesamtkunstwerken. Innerhalb weniger Tage haben Planer und Landschaftsbauer harmonische Gärten geschaffen, die sich nun auf der Show im perfekten, modernsten, oft futuristischem Outfit zeigen. Beeindruckt bewundere ich diese Anlagen in der Hoffnung, wesentliche Details später umsetzen zu können.

Spannend ist, dass sich im Gegensatz zum gewollt Modernen, Exklusiven schon seit einigen Jahren ein ebenso gewichtiger Trend in der Gartengestaltung durchsetzt: Natürlichkeit. Künstlich geschaffene Trocken- und Feuchtwiesen, heimische Pflanzen, Natursteine und Holz von alten Meistern des Kunsthandwerkes aufbereitet, Wasser in seiner ursprünglichen Form, als Quelle oder Bachlauf, vereinen sich zu Gartenbildern, die von der Natur geschaffen scheinen.

Kleine Elemente der Schaugärten aber auch gesamte Gärten nehmen Bezug zum Thema Nachhaltigkeit. Dabei geht es darum, unsere natürlichen Ressourcen zu schonen um so für unsere Nachwelt eine lebenswerte Umwelt zu schaffen. Auf kreative, manchmal auch witzige Weise, in jedem Fall leicht zu verwirklichen, wird dieses essentielle Thema realisiert: Begrünte Dächer, trockenheitsverträgliche Pflanzen, Kompostierung, biologischer Anbau von Gemüse, natürliche Versickerung des Regenwassers, das Schaffen von Lebensräumen für Tiere. Der Ideenvielfalt ist keine Grenze gesetzt.

Agastache und Verbena bonariensis

Verbena bonariensis und andere Giganten im Beet

Agastache und Verbena bonariensisZu den Giganten im Bauerngarten, im Staudenbeet und in der Rabatte zählen viele einjährige Blütenschönheiten. Ab dem Hochsommer bis weit in den Herbst hinein brillieren die stattlichen Persönlichkeiten, die im Frühjahr als winzige Samenkörnchen oder kleine Pflanzen ins Beet einzogen.

Zu ihnen zählt der Ziertabak, Nicotiana alata, der lange und reich in Weiss, Rosa und Rot blüht. Als Leitpflanze, kombiniert mit Zinnien, Löwenmäulchen und anderen einjährigen Sommerblumen ist er der Star jeder Rabatte.

Inspiriert von der englischen Gartenkunst bringen geschickte Gärtner Struktur und Eleganz mit der Zierartischocke, Cynaria cardunculus, oder auch „Cardy“ genannt in üppige Blumenbeete, dort ist sie mit ornamentalen Blättern in silbergrau ein wahrer Blickfang.

Verbena bonariensis, das Eisenkraut, einer der schönsten Dauerblüher in jedem Garten ist richtig „hip“ und sät sich- eigentlich als Staude- in großen Mengen selbst aus. Ihre zarten, feingliedrig verzweigten Stängel zieren sich mit violetten kleinen Blütenkörbchen. Einige erreichen nahezu Augenhöhe. Überaus begehrt wird der Gartenliebling von Schmetterlingen, Bienen und Hummeln. Da stellt sich Leben und Erleben ein im Beet.

Das Schmuckkörbchen, Cosmos bipinnatus, wächst aus nur einigen wenigen unscheinbaren Jungpflanzen zu einem imposanten „Sommerblüten-Busch“ heran. In Rosa, Pink, Weiß und sogar Orange lässt sich das Schmuckkörbchen wunderbar in Blumensträuße binden. Mit feingliedrigem Laub bringt es eine „duftige Note“ ins Beet.

Ebenso die Duftwicken, Lathyrus odoratus. In neuen und nostalgischen Sorten schmücken sie zusammen mit anderen Prunkwinden einfache, hohe Pyramiden im Beet, gezimmert aus Bambusstangen und Drahtgitter. In der Vase verströmen die Wicken einen bezaubernden Duft.

Für den Bauergarten sind sie ein „must have“, die Stockrosen. Als Zweijährige ( sie blühen erst im zweiten Jahr der Aussaat) verzaubern die riesigen Malvengewächse jeden sommerlichen Garten. Sie blühen von Juli bis September, am schönsten in bunter Farbmischung.

Sie entstehen aus Knollen und gehören auch zu den erwähnenswerten „Giganten“: Die Dahlien. Und im Besondern die Riesenschmuck-Dahlie. Bei guter Pflege entwickeln diese bis zu handtellergroße Blütenstände.

Minimalistischer Garten mit Stein

Der minimalistische Garten

Minimalistischer Garten mit Stein

Bereits im Japan des 15.Jahrhunderts wurden Klostergärten im streng minimalistischen Stil, entsprechend der Zen-Philosophie angelegt: Der Geist soll durch Meditation einen Zustand der Leere und Vollendung erreichen. Zen-Gärten sind daher „leere“ Gärten, sie bestehen nur aus Kies, Steinen und Felsbrocken.

In der Zen-Philosophie finden zeitgemäße, minimalistische Gärten – diese sind puristisch, reduziert auf das Wesentliche – ihre Wurzeln. Im letzten Jahrhundert verkörpert der berühmt deutsche Architekt Mies van der Rohe den minimalistischen Stil in seiner Architektur. Von ihm stammt die berühmte Aussage: „Weniger ist mehr“.

Minimalistisch angelegte Gärten sind Gärten ohne „Schnick-Schnack“, sie sind reduziert auf klare Formen. Dezenter Einsatz weniger edler Materialien und Pflanzen zeichnet diese Gärten aus. Entsprechend der Zen-Philosophie bieten sie Ruhe. Gestresste Menschen finden in ihnen einen Ort des Rückzuges und der Entspannung. Auch der gärtnerische Pflegeaufwand ist minimal.