Alle Artikel in: Pflanzenportraits

Frühling mit Zierkirschen und Wildobst

Meist blühen sie in üppiger weißer oder rosafarbener Pracht vor den eigentlichen Obstgehölzen: die Zierformen unserer Äpfel, Kirschen, Birnen und Pflaumen. Sie sind wahre Highlights im Frühlingsgarten und viele von ihnen auch in jedem noch so winzigen grünem Gartenreich willkommen. Hier sei Malus Red Jade erwähnt, ein kleiner eindrucksvoller Zierapfel mit überhängenden Zweigen und leuchtend roten Früchten, ein Baumschmuck, der bis in den Winter hinein Freude bereitet. Die japanische Scharlachkirsche, Prunus sargentii, wird dagegen größer. Von Liebhabern wird sie zu den schönsten Zierkirschen-Arten gezählt. Sie ist ein wahrer Vier-Jahreszeiten-Baum. Dies wegen ihrer edlen Form, der lichtrosafarbenen Blütenwolke im April, des bronzefarbenen Laubaustriebes, der mahagonifarbenen, glänzend quer gestreiften Rinde und der Herbstverfärbung von Gelb bis zu einem kräftigen Scharlachrot. Besonders hinweisen möchte ich noch auf die vielen Arten der Felsenbirne, Amelanchier, mit zarter Blüte und prächtiger Herbstverfärbung, sowie die rosa blühende Blutpflaume, Prunus cerasifera Nigra mit ihren schwarzroten Blättern.

Galanthus nivalis, das Schneeglöckchen

Das Schneeglöckchen

Mir den ersten warmen Sonnenstrahlen spitzen sie oft schon im Januar aus dem winterlichen Boden: Die Schneeglöckchen. Die Vorboten des Frühlings werden als kleine Zwiebeln im Herbst etwa 8-10cm tief -in kleinen Tuffs- in die lockere, humose Erde gesetzt. Alle Schneeglöckchen, auch unser heimisches, Galanthus nivalis, eignen sich gut zum Verwildern. Sie fühlen sich am Gehölzrand , aber auch in der Wiese wohl, vorausgesetzt der Standort ist nicht zu feucht. So bilden die grazilen Geophyten dichte Horste und kehren jedes Jahr in üppiger Fülle wieder. Von den anmutigen Zwiebelblumen gibt es viele Arten und unzählige Sorten. Ganz besonders sei das türkische Schneeglöckchen, Galanthus elwesii, mit seinen großen Blütenglocken erwähnt. Alle Schneeglöckchen verströmen einen zarten, feinen Duft.  

Amberbaum Liquidambar styraciflua

Der Amberbaum

Beim Wandern durch herbstliche Mischwälder erleben wir oft atemberaubende Farbspektakel der Laubbäume, die ihr grünes gegen ein gelbes, oranges, rotes und braunes Blätterkleid getauscht haben. Wie Goldtaler schweben die Blätter der Buchen langsam zu Boden, den sie in einen leuchtenden Teppich verwandeln. Lassen Sie den Zauber des Herbstes auch in Ihren Garten einziehen und planen Sie ganz gezielt mit sich prächtig verfärbenden Gehölzen! Der Amberbaum, Liquidambar styraciflua, glüht ab Oktober bis zum Wintereinbruch in Organe und Rot bis hin zu einem tiefen Braunviolett und zählt somit zu den prächtigsten Herbstfärbern. Zuvor zeigen sich die ahornähnlichen Blätter in einem glänzenden Dunkelgrün und duften beim Zerreiben herb und frisch. Frisch und nährstoffreich sollte auch der Boden sein und Kalk liebt der attraktive Gartenbewohner nicht allzu sehr. Der mittelgroße, langsam wachsende Amberbaum ist schön in Einzelstellung, dann wird er seiner Funktion als Blickfang auch gerecht.